Platin und Palladium: Edelmetalle für höchste Ansprüche
Über Gold und Silber weiß jeder Bescheid – aber Platin und Palladium sind die weniger bekannten Edelmetalle die für besondere Ansprüche stehen. Beide weißer als Weißgold, beide robuster als Silber, beide mit einzigartigen Eigenschaften. Dieser Guide erklärt beides vollständig.
Platin: Das seltenste aller Schmuck-Edelmetalle
Was ist Platin?
Platin (Pt) ist das dichteste und seltenste aller in der Schmuckherstellung verwendeten Edelmetalle. Es ist etwa 30× seltener als Gold. Für eine einzige Feinunze Platin müssen rund 10 Tonnen Erz verarbeitet werden. Hauptvorkommen: Südafrika (80% der Weltproduktion), Russland, Kanada.
Eigenschaften
- Farbe: Silbrig-weiß, natürlich – braucht keine Rhodinierung wie Weißgold
- Dichte: Sehr schwer – Platinschmuck ist spürbar schwerer als Gold gleicher Größe
- Dauerhaftigkeit: Platin "verliert" bei Kratzern kein Material – das Metall verschiebt sich nur. Platinringe patinieren, werden aber nicht dünner.
- Reinheit: Platinschmuck ist fast immer 950‰ (95 % reines Platin) – höher als Gold-Standardlegierungen
- Hypoallergen: Vollständig nickelfrei, ideal für alle Allergiker
Preis
Platin ist im Schmuck meist teurer als 18-Karat-Gold – durch Seltenheit, höhere Reinheit und aufwändigere Verarbeitung. Platinschmuck ist ein klares Luxus-Statement.
Palladium: Die moderne Alternative
Was ist Palladium?
Palladium (Pd) ist ein Mitglied der Platingruppen-Metalle – leichter als Platin, aber mit ähnlichem weißen Glanz. Es gewann an Bedeutung als Ersatz für Nickel in Weißgold-Legierungen – und hat sich als eigenständiges Schmuckmetall etabliert.
Eigenschaften
- Farbe: Ähnlich wie Platin – silbrig-weiß, natürlich
- Gewicht: Deutlich leichter als Platin – für Menschen die schwere Ringe nicht mögen
- Hypoallergen: Wie Platin nickelfrei
- Preis: Günstiger als Platin – oft auf Goldniveau
Platin vs. Weißgold: Der wichtigste Vergleich
- Weißgold: Gelbes Gold + Palladium oder Nickel + Rhodium-Überzug. Kostet weniger, sieht identisch aus, braucht Nachpflege (Rhodinierung alle 1-3 Jahre).
- Platin: Bleibt weiß ohne Behandlung, dauerhafter, schwerer, teurer, keine Allergene.
Faustregel: Weißgold für Schmuck der gelegentlich getragen wird. Platin für Trauringe und Stücke die lebenslang täglich getragen werden.
Wann lohnt sich Platinschmuck?
- Eheringe und Verlobungsringe – der Schmuck der "für immer" gedacht ist
- Menschen mit Nickelallergien (beide Metalle absolut sicher)
- Für Stücke mit sehr kleinen Steinfassungen – Platin hält Steine besser als Gold
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