Schmuck Glossar: Die wichtigsten Fachbegriffe einfach erklärt
Wer Schmuck kauft, liest oder recherchiert, begegnet schnell Fachbegriffen, die verwirren können: Was ist der Unterschied zwischen Karatierung und Feingehalt? Was bedeutet Pavé? Was ist ein Cabochon? Dieses umfassende Schmuck-Glossar erklärt alle wichtigen Fachbegriffe klar, verständlich und mit praktischen Beispielen – das wichtigste Nachschlagewerk für alle Schmuck-Interessierten.
Metalle und Legierungen
Feingehalt: Der Anteil des reinen Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendsteln. 585 = 58,5 % Gold; 925 = 92,5 % Silber. In Deutschland gesetzlicher Standard auf Schmuck gestempelt.
Karat (beim Gold): Maßeinheit für den Goldgehalt. 24 Karat = reines Gold (100 %); 14 Karat = 585 (58,5 %); 18 Karat = 750 (75 %). Nicht zu verwechseln mit Karat als Gewichtseinheit für Edelsteine.
Karat (bei Edelsteinen): Gewichtsmaß für Edelsteine. 1 Karat = 0,2 Gramm. Ein 1-Karat-Diamant wiegt 0,2 g. Karat bestimmt nicht allein den Wert – ein 1-Karat-Diamant guter Qualität ist wertvoller als ein 2-Karat-Diamant schlechter Qualität.
Legierung: Gemisch aus zwei oder mehr Metallen. Reines Gold (24K) ist zu weich für Schmuck; Goldlegierungen (585, 750) fügen Kupfer, Silber, Palladium für Festigkeit hinzu.
Rhodium / Rhodinieren: Rhodium ist ein platinähnliches, hartes, weißes Metall. Rhodinieren bedeutet, eine dünne Rhodiumschicht elektrochemisch auf Silber oder Weißgold aufzutragen – für weißeren Glanz und Schutz vor Anlaufen.
Sterling Silber: Silberlegierung mit 92,5 % Silber und 7,5 % Kupfer. Standard für Silberschmuck, gestempelt "925".
Vergoldet / Gold Plated: Eine dünne Goldschicht (typisch 0,5–2 Mikrometer) galvanisch auf ein Basismetall aufgetragen. Günstiger als Echtgold, nutzt sich ab.
PVD (Physical Vapour Deposition): Physikalisches Aufdampfen einer Metallschicht (meist Gold, Schwarz oder Silber) auf Edelstahl. Langlebiger als galvanische Vergoldung; sehr häufig bei hochwertigem Modeschmuck.
Platin: Seltenes, natürlich weißes Edelmetall. Dichter und schwerer als Gold. Keine Rhodinierung nötig. Hypoallergen. Teuerste Standard-Schmuckoption.
Vermeil (gesprochen: "vermei"): Vergoldetes Sterling Silber mit Mindestschichtdicke von 2,5 Mikrometern Gold. Hochwertiger als standard Gold Plated.
Edelstein-Begriffe
Cabochon: Schliffform für Edelsteine – glatt poliert, gewölbt, ohne Facetten. Typisch für opake Steine (Türkis, Mondstein, Malachit) oder Steine mit besonderen Lichteffekten (Mondstein, Tigerauge).
Facettierter Schliff: Edelstein mit ebenen, polierten Flächen (Facetten) geschnitten, die das Licht brechen und Brillanz erzeugen. Typisch für transparente Steine wie Diamant, Saphir, Rubin.
Brillant / Round Brilliant: Der bekannteste Diamantschliff – rund mit 57 oder 58 Facetten. Maximale Brillanz und "Feuer".
Adulareszenz: Das charakteristische milchig-blaue Leuchten des Mondsteins, das bei Bewegung über den Stein zu wandern scheint. Entsteht durch Lichtinterferenz in den Mineralschichten.
Chatoyance (Katzenaugen-Effekt): Ein wandernder Lichtstreifen, der senkrecht zur Faserrichtung eines Steins erscheint, wenn dieser als Cabochon geschliffen wird. Typisch für Tigerauge, Chrysoberyll-Katzenauge.
Asterismus (Sterneffekt): Ein sternförmiger Lichtreflex bei Steinen mit parallelen Einschlüssen. Bekannt als "Sternensaphir" oder "Sternrubin".
Lüster: Die Art und Intensität, wie ein Stein oder eine Perle das Licht reflektiert. Hohes Lüster = spiegelnder, tiefer Glanz. Wichtigstes Qualitätsmerkmal bei Perlen.
Trichroismus / Pleochroismus: Die Eigenschaft mancher Edelsteine, von verschiedenen Winkeln verschiedene Farben zu zeigen. Bekannt bei Tansanit (blau, violett, rötlich) und Iolith.
Eye-Clean: Edelstein ohne sichtbare Einschlüsse mit bloßem Auge. Kein Lupen-Standard, aber praktisch wichtig für Schmuck.
Schmuck-Fassung Begriffe
Krappenfassung (Prong Setting): Metallzacken halten den Stein – maximale Sichtbarkeit des Steins, optimales Licht-Einfall. Standard für Solitär-Ringe.
Zargenfassung (Bezel Setting): Metallring umschließt den Stein vollständig – sicherer Halt, moderner Look, weniger Funkeln.
Pavé-Fassung: Viele kleine Steine dicht an dicht gesetzt, sichtbar nur minimales Metall zwischen ihnen. Ergibt einen "gepflasterten" Effekt voller Funkeln.
Channel Setting: Steine in einem Metallkanal gefasst ohne sichtbare Krappen. Häufig bei Eheringen und Eternity-Ringen.
Invisible Setting: Steine so gefasst, dass keine Metallfassung sichtbar ist – Steine erscheinen zu "schweben". Aufwändige Technik, teuer.
Weitere wichtige Begriffe
Layering: Das gleichzeitige Tragen mehrerer Schmuckstücke in einer durchdachten Komposition, z.B. mehrere Ketten in verschiedenen Längen übereinander.
Stacking: Das Stapeln mehrerer Ringe auf einem oder mehreren Fingern; auch für Armbänder verwendet.
Hallmark / Stempel: Offizielle Qualitätsprüfstempel auf Schmuckstücken – dokumentieren Edelmetallgehalt, Prüfstelle und (in manchen Ländern) Herstellungsjahr.
Inclusion: Einschlüsse im Edelstein – natürliche Merkmale (Kristalle, Flüssigkeiten, Gasblasen) im Inneren des Steins. Bei Diamanten vermindert, bei manchen Steinen (Smaragd) akzeptiert.
Patina: Natürliche Oberflächenveränderung durch Alter und Nutzung. Bei Platin und Silber teils erwünscht als Zeichen der Echtheit und des Alters.
GIA / IGI / HRD: Unabhängige Edelstein-Zertifizierungsstellen. GIA (Gemological Institute of America) gilt als weltweit anerkannteste Zertifizierung für Diamanten.
TCW (Total Carat Weight): Gesamtgewicht aller Steine in einem Schmuckstück. Relevant bei Ohrringen (beide Steine zusammen), Tennisarmbändern usw.
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