Wie erkenne ich echtes Gold? Der sichere Echtheitstests
Du hast ein Goldstück geerbt, auf dem Flohmarkt gefunden oder online gekauft und fragst dich: Ist das wirklich Gold? Echtes Gold erkennen ist einfacher als gedacht, wenn man die richtigen Methoden kennt. Dieser Guide erklärt alle Echtheitstests – von kostenlosen Hausmethoden bis zum professionellen Check.
Schritt 1: Den Stempel suchen
Der zuverlässigste erste Test: Suche nach einem Metallstempel. Echter Goldschmuck ist in Deutschland und der EU gestempelt. Die wichtigsten Stempel:
- 585 = 14-Karat-Gold (58,5 % Goldanteil)
- 750 = 18-Karat-Gold (75 % Goldanteil)
- 333 = 8-Karat-Gold (33,3 % Goldanteil)
- 999 = Feingold (99,9 % Gold – selten als Schmuck)
Stempel finden sich meist am Verschluss von Ketten, innen im Ring oder auf der Rückseite von Anhängern. Eine Lupe hilft. Kein Stempel = kein Echtgold-Nachweis (aber kein abschließender Beweis – älterer Schmuck wurde manchmal nicht gestempelt).
Schritt 2: Der Magnet-Test
Echtes Gold ist nicht magnetisch. Halte einen starken Magneten (Neodym-Magnet, nicht Kühlschrankmagnet) nah an das Stück:
- Kein Ziehen: Kein Beweis für Echtheit, aber ein gutes Zeichen
- Starkes Ziehen: Das Stück enthält Eisen – kein echtes Gold
Wichtig: Viele günstige Stücke sind aus Messing (nicht magnetisch) und somit bestehen sie den Magnettest trotzdem – der Test schließt Fälschungen also nicht vollständig aus.
Schritt 3: Der Säuretest (nur für Fortgeschrittene)
Goldtester-Sets mit Salpetersäure sind im Fachhandel erhältlich (ca. 15–30 €). Funktionsweise: Ein kleiner Kratzer auf dem Stück, ein Tropfen Säure. Je nach Reaktion kann der Goldgehalt geschätzt werden. Echter Gold reagiert kaum; unechtes Metall reagiert mit Verfärbung oder Blasenbildung. Vorsicht: Salpetersäure ist ätzend – Schutzhandschuhe und Schutzbrille nötig.
Schritt 4: Der Dichte-Test
Gold ist sehr dicht (19,3 g/cm³ für reines Gold). Ein einfacher Wasserverdrängungstest kann den ungefähren Goldgehalt bestimmen: Stück wiegen, dann ins Wasser halten und Wasserverdrängung messen. Mit der Dichte-Formel das Material schätzen. Praktisch aber zeitaufwändig – besser für Barren als für filigranen Schmuck.
Schritt 5: Der professionelle Goldschmied-Test
Der sicherste aller Tests: Zum Goldschmied gehen. Professionelle Goldschmiedewerkstätten haben XRF-Geräte (Röntgenfluoreszenz-Analyse) die innerhalb von Sekunden und zerstörungsfrei die genaue Legierungszusammensetzung bestimmen. Kosten: Oft kostenlos oder für wenige Euro. Unschlagbar genau.
Häufige Fälschungsarten
- Gold-plattiertes Messing: Dünne Goldschicht über Messing – Stempel oft gefälscht oder fehlend
- Tombak: Kupfer-Zink-Legierung in Goldfarbe – sehr überzeugend optisch
- Blattgold auf Metall: Sehr dünne Goldfolie – unter Lupe erkennbar an Rändern
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